Die Schlange im Museum
Die Schlange als Symbol
Die Schlange zählt zu den ältesten Symbolen Europas. Sie steht für Erneuerung, Heilung, Klugheit und Schutz, aber auch für Versuchung und Gefahr.
Schon in der Antike galt sie als Zeichen der Erneuerung und Wiedergeburt. Besonders bekannt ist der Äskulapstab des griechischen Heilgottes Asklepios – Ein von einer Schlange umwundener Stab, der bis heute als Symbol der Medizin verwendet wird.
Im Christentum hat die Schlange unterschiedliche Bedeutungen. In der Geschichte vom Sündenfall steht sie für Versuchung und das Böse. Gleichzeitig erscheint sie auch als Zeichen der Klugheit und Heilung.
Vom Symbol zum Hauszeichen
Im Mittelalter und in der frühen Neuzeit hatten Hauszeichen eine praktische Aufgabe. Da es noch keine einheitlichen Hausnummern gab und viele Menschen nicht lesen konnten, kennzeichnete man Gebäude mit leicht erkennbaren Namen und Bildern – etwa „Zum Goldenen Löwen“, „Zum Adler“ oder „Zur Schlange“. Die Zeichen waren auf Schildern, Fassaden oder Portalen zu sehen. Viele wurden zu festen Hausnamen und blieben über Generationen erhalten. Mit der Einführung von Hausnummern verloren sie ihre ursprüngliche Funktion, wurden aber zu Zeugnissen der Stadtgeschichte.
„Zur Schlange“ in Wiener Neustadt
Eine Anzeige im „Gebirgsboten“ vom 10. April 1895 nennt den Geschäftsmann Carl Molitor mit der Adresse „Wr. Neustadt, Neunkirchnerstraße, Zur Schlange“. Obwohl damals bereits Straßennamen und Hausnummern üblich waren, verwendete Molitor den traditionellen Hausnamen weiterhin. Das spricht dafür, dass „Zur Schlange“ in Wiener Neustadt als Bezeichnung des Hauses bekannt und gebräuchlich war.
Die Schlange im Museum
Im Wiener Neustädter Adressbuch von 1930 wird der Branntweinschänker und Kleinverschleißer Alois Grabler mit der Adresse Neunkirchner Straße 16 genannt. Danach verliert sich die Spur der Schlange bis sie sich in den Beständen des Museums St. Peter an der Sperr wiederfindet, wo sie heute im Foyer zu sehen ist.
